1
00:00:01,179 --> 00:00:05,764
Eine KI kann heute in wenigen Sekunden
einen Text produzieren, der auf den

2
00:00:05,764 --> 00:00:08,779
ersten Blick erstaunlich wissenschaftlich
klingt.

3
00:00:09,150 --> 00:00:14,288
Und genau da beginnt das Problem. Denn
ein Text kann hervorragend formuliert

4
00:00:14,288 --> 00:00:18,672
sein – und trotzdem fachlich dünn,
schlecht belegt oder sogar mit

5
00:00:18,672 --> 00:00:21,070
fragwürdigen Quellen versehen sein.

6
00:00:21,561 --> 00:00:26,281
Die spannende Frage lautet also nicht
mehr nur: Hat jemand KI verwendet?

7
00:00:26,789 --> 00:00:31,903
Sondern: Was hat die Person selbst
geleistet? Welche Entscheidungen wurden

8
00:00:31,903 --> 00:00:37,578
getroffen? Was wurde überprüft? Und lässt
sich der Weg zum Ergebnis überhaupt noch

9
00:00:37,578 --> 00:00:38,629
nachvollziehen?

10
00:00:39,044 --> 00:00:40,964
Genau darum geht es heute.

11
00:00:43,728 --> 00:00:48,368
VPH Lectures – dein Kanal für Fort-
und Weiterbildung.

12
00:00:50,920 --> 00:00:53,800
Herzlich willkommen bei VPH Lectures.

13
00:00:54,267 --> 00:00:58,707
Bei der digi PH neun ging es unter
anderem um die Frage, wie Hochschullehre

14
00:00:58,707 --> 00:01:03,567
mit künstlicher Intelligenz umgehen kann,
ohne wissenschaftliches Arbeiten auf das

15
00:01:03,567 --> 00:01:06,507
Produzieren möglichst glatter Texte zu
reduzieren.

16
00:01:07,044 --> 00:01:12,783
Und ein Vortrag beziehungsweise Workshop
hat dafür ein ziemlich konkretes Beispiel

17
00:01:12,783 --> 00:01:18,096
geliefert. Im Mittelpunkt steht ein
Seminar zum Schriftspracherwerb. Am Ende

18
00:01:18,096 --> 00:01:21,284
verfassen die Studierenden eine
Seminararbeit.

19
00:01:21,754 --> 00:01:26,281
Und die Ausgangsbeobachtung dahinter
dürfte vielen Lehrenden bekannt

20
00:01:26,281 --> 00:01:31,077
vorkommen: Generative KI macht es
unglaublich einfach, sehr schnell sehr

21
00:01:31,077 --> 00:01:36,347
viel Text zu erzeugen. Im Vortrag wird
beschrieben, dass solche Texte teilweise

22
00:01:36,347 --> 00:01:40,874
ungeprüft übernommen werden – obwohl
fachliche Tiefe, Übergänge oder

23
00:01:40,874 --> 00:01:43,914
Quellenangaben nicht unbedingt stimmen
müssen.

24
00:01:44,353 --> 00:01:47,873
Das ist eigentlich ein interessanter
Perspektivwechsel.

25
00:01:48,353 --> 00:01:52,273
Denn man könnte auf diese Situation
natürlich mit Verboten reagieren.

26
00:01:52,693 --> 00:01:57,544
Stattdessen wird hier gefragt: Wie müsste
eine Lehrveranstaltung aufgebaut sein,

27
00:01:57,544 --> 00:02:02,272
damit Studierende KI verwenden können –
und trotzdem zeigen müssen, wie sie zu

28
00:02:02,272 --> 00:02:04,053
ihrem Ergebnis gekommen sind?

29
00:02:04,477 --> 00:02:09,357
Und damit verschiebt sich der Fokus vom
fertigen Text auf den Prozess.

30
00:02:09,888 --> 00:02:14,048
Das ist wahrscheinlich einer der
spannendsten Gedanken dieses Konzepts.

31
00:02:14,463 --> 00:02:19,561
Eine Seminararbeit ist dann nicht mehr
nur ein Dokument, das am Ende abgegeben

32
00:02:19,561 --> 00:02:24,725
wird. Sichtbar werden auch die Schritte
davor: Wie entsteht eine Fragestellung?

33
00:02:24,725 --> 00:02:29,492
Wie wird mit KI kommuniziert? Welche
Prompts werden verändert? Wie werden

34
00:02:29,492 --> 00:02:33,663
Ergebnisse geprüft? Und welche
Entscheidungen trifft der Mensch?

35
00:02:34,163 --> 00:02:39,363
Der Aufbau des Seminars hilft dabei. Es
gibt drei größere Lerneinheiten.

36
00:02:39,809 --> 00:02:43,649
Zuerst geht es darum, eine geeignete
Fragestellung zu entwickeln.

37
00:02:44,122 --> 00:02:46,602
Danach folgt die Literaturrecherche.

38
00:02:47,103 --> 00:02:50,943
Und im dritten Schritt geht es um das
Überarbeiten eines Textes.

39
00:02:51,469 --> 00:02:53,789
Das klingt zunächst fast klassisch.

40
00:02:54,346 --> 00:02:59,588
Spannend wird es dadurch, dass KI nicht
einfach am Ende zum Schreiben dazukommt,

41
00:02:59,588 --> 00:03:02,906
sondern in diese einzelnen Schritte
eingebaut wird.

42
00:03:03,309 --> 00:03:07,149
Nehmen wir gleich die erste Phase: die
Fragestellung.

43
00:03:07,649 --> 00:03:12,577
Im vorgestellten Seminar soll sie einen
Bezug zum Schriftspracherwerb und zu

44
00:03:12,577 --> 00:03:17,504
künstlicher Intelligenz herstellen – also
zum Beispiel danach fragen, welche

45
00:03:17,504 --> 00:03:21,249
Potenziale oder Chancen KI in diesem
Bereich haben könnte.

46
00:03:21,628 --> 00:03:24,988
Und die KI liefert diese Frage nicht
einfach fertig.

47
00:03:25,315 --> 00:03:29,916
Die Studierenden bekommen zunächst
Prompts als Ausgangspunkt. Diese sollen

48
00:03:29,916 --> 00:03:33,635
sie verändern, erweitern oder durch
eigene Prompts ersetzen.

49
00:03:34,121 --> 00:03:37,881
Das ist ein kleiner Unterschied mit
ziemlich großer Wirkung.

50
00:03:38,408 --> 00:03:44,425
Ja. Denn ein vorgegebener Prompt kann
sehr bequem sein: kopieren, abschicken,

51
00:03:44,425 --> 00:03:46,008
Ergebnis übernehmen.

52
00:03:46,352 --> 00:03:50,272
Hier wird aber gerade die Anpassung
selbst zur Aufgabe.

53
00:03:50,718 --> 00:03:55,706
Die Studierenden müssen überlegen: Passt
dieser Prompt überhaupt zu meiner

54
00:03:55,706 --> 00:04:00,352
Fragestellung? Was fehlt? Was muss
präziser werden? Und wenn er nicht

55
00:04:00,352 --> 00:04:03,358
funktioniert – wie formuliere ich ihn
anders?

56
00:04:03,730 --> 00:04:08,715
Die angepassten beziehungsweise selbst
entwickelten Prompts werden anschließend

57
00:04:08,715 --> 00:04:13,508
wiederum dokumentiert. Genau dieser
Schritt ist im Vortrag ausdrücklich Teil

58
00:04:13,508 --> 00:04:14,850
der Aufgabenstellung.

59
00:04:15,253 --> 00:04:20,048
Und damit kommen wir zu einem Punkt, der
für Prüfungen und Seminararbeiten in

60
00:04:20,048 --> 00:04:23,013
Zeiten generativer KI besonders
interessant ist:

61
00:04:23,433 --> 00:04:26,793
Wie macht man Eigenleistung überhaupt
sichtbar?

62
00:04:27,328 --> 00:04:32,786
Eine Antwort des vorgestellten Konzepts
lautet: indem man nicht nur das Ergebnis

63
00:04:32,786 --> 00:04:33,408
anschaut.

64
00:04:33,940 --> 00:04:38,369
Die Studierenden arbeiten mit einem
virtuellen Klassenzimmer und speichern

65
00:04:38,369 --> 00:04:42,980
ihre Promptverläufe. Diese werden später
im Lernmanagementsystem hochgeladen.

66
00:04:43,321 --> 00:04:48,427
Und laut Vortrag fließt ausdrücklich
nicht nur das Endprodukt in die Bewertung

67
00:04:48,427 --> 00:04:53,466
ein, sondern auch der Prozess – also zum
Beispiel, wie mit der generativen KI

68
00:04:53,466 --> 00:04:55,721
gearbeitet und kommuniziert wurde.

69
00:04:56,176 --> 00:04:59,536
Das verändert natürlich auch die
Bedeutung eines Prompts.

70
00:04:59,967 --> 00:05:04,047
Ein Prompt ist dann nicht bloß ein
technischer Befehl an eine Maschine.

71
00:05:04,385 --> 00:05:07,745
Er wird zu einem kleinen Dokument einer
Denkentscheidung.

72
00:05:08,098 --> 00:05:09,058
Genau.

73
00:05:09,512 --> 00:05:14,485
Und noch etwas ist daran interessant: Ein
Promptverlauf beweist natürlich nicht

74
00:05:14,485 --> 00:05:17,992
automatisch, dass eine wissenschaftliche
Arbeit gut ist.

75
00:05:18,449 --> 00:05:21,889
Aber er macht einen Teil des Arbeitswegs
sichtbar.

76
00:05:22,266 --> 00:05:27,117
Man kann nachvollziehen, wo nachgefragt
wurde, wie eine Aufgabe eingegrenzt

77
00:05:27,117 --> 00:05:31,706
wurde, wo etwas verändert wurde und wie
sich die Arbeit entwickelt hat.

78
00:05:32,065 --> 00:05:35,665
Man bewertet also nicht „wie schön kann
jemand prompten“.

79
00:05:36,169 --> 00:05:40,961
Nein. Im besten Fall bewertet man, ob
jemand ein Werkzeug bewusst in einen

80
00:05:40,961 --> 00:05:43,849
wissenschaftlichen Arbeitsprozess
integriert.

81
00:05:44,296 --> 00:05:47,096
Und das ist ein deutlicher Unterschied.

82
00:05:47,643 --> 00:05:52,683
Dazu passt auch ein zweiter Punkt aus dem
Vortrag: Transparenz bei der Bewertung.

83
00:05:53,132 --> 00:05:58,327
Die Studierenden bekommen nicht erst am
Ende irgendeine Note, sondern bereits im

84
00:05:58,327 --> 00:06:02,732
Seminar eine Vorlage für die
Seminararbeit und ein Bewertungsraster.

85
00:06:03,088 --> 00:06:07,968
Sie wissen also vorher, nach welchen
Kriterien ihre Arbeit beurteilt wird.

86
00:06:08,499 --> 00:06:11,779
Gerade bei KI ist das enorm wichtig.

87
00:06:12,238 --> 00:06:16,958
Denn sonst bleibt völlig unklar, was
eigentlich erlaubt oder erwünscht ist.

88
00:06:17,361 --> 00:06:20,081
Darf KI bei der Ideenfindung helfen?

89
00:06:20,603 --> 00:06:22,123
Bei der Recherche?

90
00:06:22,592 --> 00:06:24,112
Beim Formulieren?

91
00:06:24,607 --> 00:06:26,367
Beim Überarbeiten?

92
00:06:26,831 --> 00:06:29,711
Muss ich meinen Einsatz dokumentieren?

93
00:06:30,204 --> 00:06:32,684
Was zählt noch als Eigenleistung?

94
00:06:33,107 --> 00:06:37,584
Solche Fragen verschwinden nicht dadurch,
dass man sagt: „Verwendet KI

95
00:06:37,584 --> 00:06:38,947
verantwortungsvoll.“.

96
00:06:39,458 --> 00:06:44,420
Man muss sichtbar machen, was
Verantwortung in dieser konkreten Aufgabe

97
00:06:44,420 --> 00:06:45,058
bedeutet.

98
00:06:45,574 --> 00:06:49,014
Ein weiterer Baustein ist deshalb
Grundlagenwissen.

99
00:06:49,417 --> 00:06:53,253
Bevor die Studierenden mit den
eigentlichen Aufgaben starten,

100
00:06:53,253 --> 00:06:58,303
beschäftigt sich das Seminar damit, was
künstliche Intelligenz und generative KI

101
00:06:58,303 --> 00:07:02,650
überhaupt sind und wo Unterschiede
zwischen verschiedenen Anwendungen

102
00:07:02,650 --> 00:07:03,097
liegen.

103
00:07:03,552 --> 00:07:08,118
Dafür werden unter anderem kurze Videos
und kleine Fragebögen verwendet. Die

104
00:07:08,118 --> 00:07:12,806
Materialien sind so angelegt, dass sie
auch im Selbststudium bearbeitet werden

105
00:07:12,806 --> 00:07:13,232
können.

106
00:07:13,639 --> 00:07:17,687
Und damit sind wir wieder bei
High-Flex-Lehre. Darüber haben wir ja in

107
00:07:17,687 --> 00:07:19,799
einer anderen Folge schon berichtet.

108
00:07:20,251 --> 00:07:24,984
Beim High Flex Modell soll ja die
Lehrveranstaltung so organisiert sein,

109
00:07:24,984 --> 00:07:29,984
dass Studierende synchron vor Ort, online
zugeschaltet oder im Selbststudium

110
00:07:29,984 --> 00:07:31,051
arbeiten können.

111
00:07:31,513 --> 00:07:34,633
Das hat natürlich Konsequenzen für die
Gestaltung.

112
00:07:35,095 --> 00:07:40,148
Aufgabenstellungen, Materialien,
Zeitrahmen und Bewertungskriterien müssen

113
00:07:40,148 --> 00:07:45,408
so klar sein, dass jemand auch ohne
permanente Begleitung verstehen kann: Was

114
00:07:45,408 --> 00:07:47,415
muss ich hier eigentlich tun?

115
00:07:47,846 --> 00:07:52,084
Eigentlich ist das ein guter
Qualitätscheck für Lehrveranstaltungen

116
00:07:52,084 --> 00:07:52,726
allgemein.

117
00:07:53,152 --> 00:07:57,267
Wenn eine Aufgabe nur funktioniert,
solange die Lehrperson danebensteht und

118
00:07:57,267 --> 00:08:00,992
sie erklärt, ist vielleicht nicht nur das
Selbststudium das Problem.

119
00:08:01,514 --> 00:08:02,634
Absolut.

120
00:08:03,111 --> 00:08:07,578
Und im Vortrag wird noch etwas
Interessantes beschrieben: Fragen aus

121
00:08:07,578 --> 00:08:12,244
synchronen Veranstaltungen werden
gesammelt und im Lernmanagementsystem

122
00:08:12,244 --> 00:08:13,111
dokumentiert.

123
00:08:13,615 --> 00:08:17,717
Dadurch profitieren später auch jene
Studierenden davon, die nicht

124
00:08:17,717 --> 00:08:19,295
gleichzeitig dabei waren.

125
00:08:19,705 --> 00:08:21,065
Zurück zur KI.

126
00:08:21,615 --> 00:08:26,895
Denn mit der Wahl des Werkzeugs kommt
noch eine zweite Ebene dazu: Datenschutz.

127
00:08:27,391 --> 00:08:31,791
Und hier wird Datenschutz nicht nur als
juristische Fußnote behandelt.

128
00:08:32,201 --> 00:08:37,713
Im Vortrag wird beschrieben, dass bewusst
unterschiedliche KI-Werkzeuge vorgestellt

129
00:08:37,713 --> 00:08:42,082
und auch universitäre Vorgaben
beziehungsweise geprüfte Umgebungen

130
00:08:42,082 --> 00:08:43,561
berücksichtigt werden.

131
00:08:43,881 --> 00:08:48,668
Die Studierenden sollen sich damit
auseinandersetzen, welche Daten sie einem

132
00:08:48,668 --> 00:08:53,008
System überhaupt geben, wo diese
verarbeitet werden und unter welchen

133
00:08:53,008 --> 00:08:55,561
Bedingungen ein Werkzeug verwendet wird.

134
00:08:55,953 --> 00:09:00,654
Das finde ich didaktisch fast wichtiger
als die Frage, welches konkrete Tool

135
00:09:00,654 --> 00:09:02,033
gerade verwendet wird.

136
00:09:02,461 --> 00:09:04,221
Tools ändern sich schnell.

137
00:09:04,685 --> 00:09:09,725
Die Frage „Welche Informationen gebe ich
hier eigentlich preis?“ bleibt.

138
00:09:10,252 --> 00:09:14,492
Und genau das lässt sich auf viele
Lehrveranstaltungen übertragen.

139
00:09:14,957 --> 00:09:20,077
Nicht: Wir verwenden jetzt Tool X, weil
Tool X gerade populär ist.

140
00:09:20,420 --> 00:09:26,679
Sondern: Welche Aufgabe haben wir? Welche
Daten entstehen dabei? Welches Werkzeug

141
00:09:26,679 --> 00:09:31,060
passt dazu? Und welche Grenzen müssen
Studierende kennen?

142
00:09:31,578 --> 00:09:35,418
Es gibt noch einen Aspekt, den ich
besonders interessant finde.

143
00:09:35,944 --> 00:09:39,816
Die Studierenden dürfen bei der
Entwicklung ihrer Ideen durchaus

144
00:09:39,816 --> 00:09:40,984
gemeinsam arbeiten.

145
00:09:41,381 --> 00:09:45,701
Am Ende braucht aber jede Person eine
eigene Fragestellung, weil auch die

146
00:09:45,701 --> 00:09:48,101
Seminararbeit individuell verfasst wird.

147
00:09:48,672 --> 00:09:53,214
Die unterschiedlichen Fragestellungen
werden auf digitalen Karten sichtbar

148
00:09:53,214 --> 00:09:57,943
gemacht. Dadurch kann die Gruppe sehen,
welche Ansätze bereits existieren und

149
00:09:57,943 --> 00:09:59,312
woran andere arbeiten.

150
00:09:59,830 --> 00:10:04,723
Das ist eigentlich ein schönes Beispiel
dafür, dass Eigenleistung nicht bedeuten

151
00:10:04,723 --> 00:10:07,510
muss, dass alle isoliert voneinander
arbeiten.

152
00:10:07,853 --> 00:10:09,693
Austausch ist erlaubt.

153
00:10:10,129 --> 00:10:12,849
Ideen dürfen gemeinsam entstehen.

154
00:10:13,345 --> 00:10:15,505
KI darf unterstützen.

155
00:10:15,934 --> 00:10:21,054
Aber irgendwann muss eine individuelle
fachliche Entscheidung getroffen werden.

156
00:10:21,501 --> 00:10:26,141
Und genau diese Entscheidungen versucht
das Konzept sichtbar zu machen.

157
00:10:26,468 --> 00:10:31,264
Wenn wir das alles zusammennehmen, steckt
darin vielleicht eine größere Antwort auf

158
00:10:31,264 --> 00:10:34,948
die Frage, wie wissenschaftliches
Arbeiten mit KI aussehen kann.

159
00:10:35,457 --> 00:10:40,017
Nicht die KI-Nutzung an sich entscheidet
über die Qualität einer Arbeit.

160
00:10:40,345 --> 00:10:42,505
Sondern der Umgang damit.

161
00:10:42,987 --> 00:10:45,707
Kann jemand eine eigene Frage entwickeln?

162
00:10:46,256 --> 00:10:50,016
Kann jemand einschätzen, ob eine Antwort
fachlich sinnvoll ist?

163
00:10:50,543 --> 00:10:52,943
Kann jemand Quellen überprüfen?

164
00:10:53,341 --> 00:10:59,261
Kann jemand erkennen, wann ein Text zwar
gut klingt, aber inhaltlich nicht trägt?

165
00:10:59,588 --> 00:11:04,068
Kann jemand begründen, warum ein
bestimmter Arbeitsschritt sinnvoll war?

166
00:11:04,502 --> 00:11:08,662
Und kann dieser Prozess nachvollziehbar
dokumentiert werden?

167
00:11:09,181 --> 00:11:12,461
Dann verschiebt sich auch die Frage nach
der Eigenleistung.

168
00:11:12,946 --> 00:11:16,783
Eigenleistung bedeutet nicht mehr
zwingend, jeden einzelnen Satz ohne

169
00:11:16,783 --> 00:11:19,266
technisches Hilfsmittel geschrieben zu
haben.

170
00:11:19,715 --> 00:11:23,714
Aber sie bedeutet weiterhin,
Verantwortung für das Ergebnis zu

171
00:11:23,714 --> 00:11:24,435
übernehmen.

172
00:11:24,786 --> 00:11:26,946
Die KI kann formulieren.

173
00:11:27,428 --> 00:11:29,508
Sie kann Vorschläge machen.

174
00:11:29,939 --> 00:11:32,499
Sie kann bei der Strukturierung helfen.

175
00:11:33,051 --> 00:11:37,848
Aber sie nimmt Studierenden nicht die
Verantwortung dafür ab, zu entscheiden,

176
00:11:37,848 --> 00:11:39,931
was davon fachlich brauchbar ist.

177
00:11:40,290 --> 00:11:44,530
Und vielleicht ist genau das die
wichtigste Botschaft dieses Beispiels:

178
00:11:45,048 --> 00:11:49,144
Wenn generative KI Teil des
wissenschaftlichen Arbeitens wird, muss

179
00:11:49,144 --> 00:11:51,688
Lehre nicht weniger anspruchsvoll werden.

180
00:11:52,157 --> 00:11:55,357
Sie kann an anderen Stellen
anspruchsvoller werden.

181
00:11:55,765 --> 00:11:59,525
Weniger Gewicht auf das bloße Produzieren
von Text.

182
00:11:59,896 --> 00:12:05,174
Mehr Gewicht auf Fragen, Entscheidungen,
Quellenkritik, Reflexion und

183
00:12:05,174 --> 00:12:07,736
nachvollziehbare Arbeitsprozesse.

184
00:12:08,154 --> 00:12:12,996
Im Vortrag wurde übrigens angekündigt,
dass die drei Lerneinheiten zum Finden

185
00:12:12,996 --> 00:12:17,011
einer Fragestellung, zur
Literaturrecherche und zum Überarbeiten

186
00:12:17,011 --> 00:12:22,108
im Rahmen von OER zur Verfügung gestellt
und für eigene Kontexte angepasst werden

187
00:12:22,108 --> 00:12:22,554
können.

188
00:12:22,943 --> 00:12:27,662
Das ist eine Aussage aus dem damaligen
Vortrag – nicht die Behauptung, dass

189
00:12:27,662 --> 00:12:31,743
jeder dort gezeigte Zugang heute noch
unverändert erreichbar ist.

190
00:12:32,141 --> 00:12:36,461
Und damit schließen wir für heute auch
den Kreis zur digi PH neun.

191
00:12:36,872 --> 00:12:42,375
Mit einem kleinen Blick nach vorne: Nach
der neunten Ausgabe steht als Nächstes

192
00:12:42,375 --> 00:12:45,832
die zehnte digi PH an – also ein kleines
Jubiläum.

193
00:12:46,253 --> 00:12:49,453
Dazu wird es hier natürlich wieder mehr
zu hören geben.

194
00:12:49,861 --> 00:12:54,440
Für heute bleibt aber eine Frage, die
wahrscheinlich noch länger aktuell sein

195
00:12:54,440 --> 00:12:54,741
wird:

196
00:12:55,219 --> 00:12:58,019
Nicht: Hat die KI mitgeschrieben?

197
00:12:58,514 --> 00:12:59,474
Sondern:

198
00:13:00,006 --> 00:13:02,486
Was hat der Mensch daraus gemacht?

199
00:13:03,013 --> 00:13:06,053
Danke fürs Zuhören bei VPH Lectures.

200
00:13:06,412 --> 00:13:07,772
Bis zur nächsten Folge.

201
00:13:10,469 --> 00:13:15,263
... Und an dieser Stelle noch ein kleiner
Hinweis: Auch hier hat ein Mensch KI

202
00:13:15,263 --> 00:13:20,057
verwendet, um diese Folge zu erstellen.
Diese Podcastfolge wurde auf Grundlage

203
00:13:20,057 --> 00:13:24,788
eines aufgezeichneten Beitrags der digi
PH neun erstellt. Die Sprecherstimmen

204
00:13:24,788 --> 00:13:25,909
sind KI-generiert.
